Welche Art von weißem, geschmolzenem Aluminiumoxid eignet sich besser als Strahlmittel?

Die Art des als Strahlmittel geeigneten weißen Schmelztonerde-Granulats wird hauptsächlich durch den  Reinheitsgrad  und  die Korngrößenspezifikation  des Produkts bestimmt. Die Auswahl erfolgt je nach den unterschiedlichen Anforderungen an das Sandstrahlen, wie z. B. Bearbeitungsgenauigkeit, Werkstückmaterial und Kostenbudget. Die spezifischen geeigneten Typen und ihre Anwendungsbereiche sind wie folgt:
  1. Nach Reinheitsgrad
    • Hochreines, weißes Schmelzaluminiumoxid (Al₂O₃-Gehalt ≥ 99,5 %) : Es ist die erste Wahl für anspruchsvolle Sandstrahlanwendungen. Dieses Schmelzaluminiumoxid wird bei hohen Temperaturen geschmolzen und gebeizt, um Verunreinigungen zu entfernen. Es weist einen extrem niedrigen Gehalt an Eisenoxid und magnetischen Substanzen auf. Es eignet sich besonders für Sandstrahlprozesse, bei denen Eisenpulverrückstände unbedingt vermieden werden müssen, wie beispielsweise die Oberflächenbehandlung von Edelstahlwerkstücken, elektronischen Bauteilen und Präzisionsteilen. Nach dem Sandstrahlen erscheint die Werkstückoberfläche reinweiß und frei von Restverunreinigungen, wodurch nachfolgende Reinigungsschritte entfallen. Darüber hinaus gewährleistet die hohe Reinheit eine gleichbleibende Härte und Schneidleistung und macht es ideal für die Vorbehandlung von Edelstahl für die Spiegelpolitur und die Oberflächenveredelung hochwertiger Automobilteile.
    • Normales, hochreines, weißes Schmelzkorund (Al₂O₃-Gehalt ca. 99 %) : Es ist eine kostengünstige Option für allgemeine industrielle Sandstrahlanwendungen. Es weist etwas mehr Verunreinigungen auf als die ultrareine Variante, erfüllt aber vollumfänglich die Anforderungen konventioneller Sandstrahlverfahren, wie z. B. das Entrosten und Entgraten von normalem legiertem Stahl, das Aufrauen von Oberflächen vor der Beschichtung von allgemeinen Maschinenteilen usw. Aufgrund seiner ausgewogenen Leistung und seines günstigen Preises findet es breite Anwendung in der industriellen Fertigung und ist die am häufigsten verwendete Sorte von weißem Schmelzkorund im Bereich des Sandstrahlens.
  2. Nach Partikelgrößenspezifikation
    • Grobkörniges, weißes Schmelzaluminiumoxid (12–80 Mesh) : Es eignet sich für grobe Sandstrahlarbeiten, bei denen es auf Effizienz ankommt, wie z. B. das Entfernen dicker Rostschichten an großen Stahlkonstruktionen, alter Lackschichten an Schiffsrümpfen und Grate an großen Maschinengussteilen. Die große Partikelgröße sorgt für hohe Aufprall- und Schneidkraft und ermöglicht so eine schnelle Oberflächenreinigung und -formung. Allerdings ist die Oberflächenrauheit nach der Bearbeitung relativ hoch, weshalb es für die Präzisionsbearbeitung von Oberflächen nicht geeignet ist.
    • Mittelkörniges, weißes Schmelzaluminiumoxid (90–240 Mesh) : Dieses vielseitige Strahlmittel eignet sich für mittlere Präzisionsanwendungen. Es ist anwendbar für Oberflächenbehandlungen wie das Entgraten von Hardware-Komponenten, das Aufrauen von Oberflächen vor dem Lackieren von Autoteilen und die Reinigung von Werkzeug- und Messwerkzeugoberflächen. Die gleichmäßige Partikelgrößenverteilung sorgt für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Bearbeitungseffizienz und Oberflächenqualität. Nach dem Sandstrahlen weist die Werkstückoberfläche eine moderate Rauheit auf, die die Haftung nachfolgender Beschichtungen verbessert, ohne das Grundmaterial zu beschädigen.
    • Feinkörniges, mikrofeines, weißes Schmelzkorund (über 280 Mesh) : Es eignet sich für präzises Sandstrahlen und Polieren. Die ultrafeinen Partikel weisen eine geringe Schneidkraft auf und sind ideal zum Oberflächenpolieren von Präzisionsbauteilen, zur ästhetischen Zerstäubung von Glas- und Acrylglasobjekten sowie zum Feinschleifen von Halbleitermaterialien. Insbesondere beim Nassstrahlen erzielt mikrofeines, weißes Schmelzkorund hervorragende Ergebnisse, da es eine glatte und glänzende Oberfläche ohne Kratzer auf dem Werkstück erzeugt.
Darüber hinaus ist anzumerken, dass für das konventionelle Sandstrahlen keine speziellen Strahlmittel wie keramikgebundenes oder nanokristallines weißes Schmelzaluminiumoxid erforderlich sind. Ersteres eignet sich besser für die Herstellung verschleißfester Böden und großer Schleifwerkzeuge, während letzteres nur in hochtechnologischen, ultrapräzisen Bearbeitungsbereichen eingesetzt wird und für normale Sandstrahlanwendungen nicht wirtschaftlich ist.

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